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ISSN 0947 - 8736 European Journal of Clinical Research
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In-vitro-Wirkung von
Chinolonen
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Tabelle:
Einteilung der Fluorchinolone nach Gruppen nach Naber et al.[i] (Listung
innerhalb einer Gruppe nach aufsteigender In-vitro-[MHK]-Aktivität) |
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I |
Orale
Fluorchinolone mit im wesentlichen auf Harnwegsinfektionen eingeschränkter
Indikation. |
Norfloxacin Pefloxacin |
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II |
Systemisch
anwendbare Fluorchinolone mit breiter Indikation |
Enoxacin Fleroxacin Ofloxacin Ciprofloxacin |
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III |
Fluorchinolone
mit verbesserter Aktivität gegen grampositive und „atypische“
Erreger |
Levofloxacin Sparfloxacin Grepafloxacin |
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IV |
Fluorchinolone
mit verbesserter Aktivität gegen grampositive und „atypische“
Erreger sowie gegen Anaerobier |
Gatifloxacin* Trovafloxacin* Moxifloxacin* Clinafloxacin* |
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* Substanzen,
die sich noch in klinischen Prüfungen (Phase III befinden, bzw. zur
Zulasssung (z.B. Trovafloxacin) eingereicht sind |
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Während
die Gruppe I der Chinolone nur den Einsatz bei Harnwegsinfektionen
rechtfertigt, sind in der Gruppe II die systemisch anwendbaren Fluorchinolone
enthalten, die über eine gute antibakterielle Aktivität und ein breites
Wirkspektrum verfügen. Hierzu gehören Enoxacin, Fleroxacin, Ofloxacin und
Ciprofloxacin. Die dritte Gruppe umfaßt Antiinfektiva mit verbessertem
Wirkspektrum im grampositiven und atypischen Bereich. Hier finden sich
Levofloxacin, Sparfloxacin und Grepafloxacin. Die vierte Gruppe umfaßt die
Substanzen mit verbesserter Wirkung gegen grampositive und atypische Keime
sowie zusätzlicher Wirkung gegen Anaerobier. Zu diesen Antibiotika gehören
Trova- und Moxifloxacin.
Am
Institut für Medizinische Mikrobiologie in Leizpzig wurden Halbjahresdaten
ausgewertet, die 940 Stämme umfaßten. Rodloff verglich die in Leipzig
erhobenen MHK-Werte und den Anteil an sensiblen, intermediären und
resistenten Bakterienstämmen mit den aus der Literatur bekannten Daten. Die
von ihm eingesetzten herkömmlichen Chinolone waren Ciprofloxacin und
Ofloxacin, von den neueren Chinolonen untersuchte er Trovafloxacin und
Moxifloxacin. Allerdings sind die Daten zu Moxifloxacin noch nicht endgültig
ausgewertet. Für die grampositiven Erreger, wie z.B. S. aureus, betrugen die
MHK90-Werte der Fluorchinolone der Gruppe IV, wie bspw. Moxifloxacin laut
Literatur 0,125 mg/l und waren damit deutlich niedriger als bei der Gruppe II.
Bei den multiresistenten S. aureus (MRSA)-Stämmen hingegen wird in einem
hohen Prozentsatz auch mit den neuen Chinolonen keine ausreichende
Bakterizidie zu erreichen sein, fürchtet Rodloff. Bei S. epidermidis sah er
unter 710 Stämmen 495 mit Sensibilität gegen Ciprofloxacin. Auch die neuen
Chinolone schnitten hier nicht wesentlich besser ab, so daß ein Einsatz, z.B.
zur Behandlung von Katheterinfektionen, nicht ratsam ist. Bei den Enterokokken
sind ebenfalls Resistenzentwicklungen unter den Chinolonen beobachtet worden.
Nur bei 32% der Stämme wurde eine Sensibilität gegenüber Ciprofloxacin
beobachtet, aber auch hier erwartet Rodloff keine wesentlichen Fortschritte
durch die neuen Chinolone. Zur Wirksamkeit gegenüber S. pneumoniae konnte er
keine eigenen Daten präsentieren, da Streptococcus-pneumoniae-Infektionen
kaum in Kliniken, sondern überwiegend in der Praxis behandelt werden. Aber
aus der Literatur ist bekannt, daß hier mit den neuen Chinolonen ein
deutlicher Wirksamkeitszuwachs zu erzielen ist. Interessant sei die Frage,
wann bei S. pneumoniae Resistenzentwicklungen gegen die neuen Chinolone
auftreten würden, so Rodloff. Bei den gramnegativen Erregern, wie z.B. E.
coli und Enterobacter, wird unter den Chinolonen der Gruppe II eine so gute
Wirksamkeit beobachtet, daß eine Verbesserung nicht zu erwarten ist. Auch bei
Pseudomonas wird bei einer Sensibiliät von 77% aller Stämme gegenüber
Ciprofloxacin eine Steigerung der Wirksamkeit schwierig werden. Möglicherweise
ist aufgrund der besseren Wirksamkeit gegenüber Anaerobiern zukünftig eine
Kombination mit Metronidazol nicht mehr erforderlich.
Zusammenfassend
zeigen die Chinolone der vierten Generation eine gute Wirksamkeit gegenüber
grampositiven Erregern wie Pneumokokken, Streptokokken und Staphylokokken,
gegen gramnegative Erreger, gegen atypische Erreger wie Mykoplasmen,
Chlamydien und Legionellen und gegen Anaerobier. Im Vergleich zu den
klassischen Fluorchinolonen verfügen sie über eine verbesserte Wirksamkeit
im grampositiven Bereich. Insbesondere gegenüber Pneumokokken, gegen
atypische Erreger, und bei den Anaerobiern wird laut Rodloff ebenfalls ein
deutlicher Wirksamkeitszuwachs erzielt.
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[i] Naber K, Adam D unter Mitwirkung einer Expertengruppe der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. Einteilung der Fluorchinolone. Munch med Wschr 1998; 140: 248-250
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