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ISSN 0947 - 8736 European Journal of Clinical Research
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18.11.06 Multiples Myelom (MM) Das
multiple Myelom ist eine Form von Krebs, die eine bestimmte Art von Lymphozyten,
die so genannten Plasmazellen, befällt. Im gesunden Körper sind diese für die
Produktion von Antikörpern zuständig, die ihrerseits ein wichtiger Bestandteil
der spezifischen Immunantwort sind. Die
Bezeichnung "multiple" rührt daher, dass der Körper der meisten
Patienten mehrere Krankheitsherde an verschiedenen Stellen des Skeletts
aufweist. Die Erkrankung geht einher mit dem Zerfall der Knochenstruktur. Das
kommt daher, dass die erhöhte Aktivität der bösartigen Plasmazellen im
Knochenmark das Gleichgewicht zwischen den Knochen aufbauenden Osteoblasten und
den Knochen abbauenden Osteoklasten zu Gunsten der Osteoklasten verschiebt. Bei
etwa 90 % der Patienten liegt eine Knochenschädigung vor, meist lokal auf so
genannte Knochenläsionen beschränkt. Weil das Knochengewebe reich an Kalzium
ist, wird dieses durch den Abbau in großen Mengen in die Blutbahn freigesetzt.
Ein Überangebot an Kalzium kann die Nieren schädigen. Bei
Gesunden gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Antikörper, die das
Immunsystem in die Lage versetzen, den Körper gegen die verschiedensten
Eindringlinge effektiv zu schützen. Die Plasmazellen von Myelompatienten sind bösartig
entartet und produzieren daher entweder nur noch einen Typ von Antikörper oder
auch nur Bruchstücke (so genannte Leichtketten) davon. Das entsprechende
Protein wird Paraprotein genannt und kann bei 99 % der Patienten im Blut
und/oder Urin nachgewiesen werden. Das Paraprotein (insbesondere die
Leichtketten) kann die kleinen Filtrationseinheiten in den Nieren schädigen,
weil es sich dort ablagert. Zusätzlich dazu führt die reduzierte Antikörperproduktion
bei Myelompatienten zu einer starken Anfälligkeit gegenüber Infektionen. |
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